Detlev Schönauer – Das Landgericht hat geurteilt

Das Landgericht hat heute, am 25.07.2019, sein Urteil verkündet. Die Klage des Detlev Schönauer gegen mich wurde abgelehnt.

Image by succo from Pixabay
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Heute morgen fand am Landgericht die Urteilsverkündung bezüglich der Klage Detlev Schönauers gegen mich statt. Die Klage wurde abgewiesen und ich bin natürlich sehr froh darum. (Es ging um seine Klage wegen meines Artikels über sein Programm.)

Mein Anwalt, Tobias Raab von der Kanzlei Rechtsanwälte Stopp Pick Abel Kallenborn, hat einen Artikel dazu veröffentlicht, in welchem er unseren Standpunkt zu dem Thema noch einmal klar macht.

(Zu den Veröffentlichungen in den Medien habe ich einen Pressespiegel eingerichtet.)

Da es zeitweise falsch dargestellt wird: Ich habe nie und würde nie kritisieren, wenn jemand harte oder spitze Worte gegen unsere Regierung oder „Die Politik“ äußert. Weder wenn es um den Umgang mit Flüchtlingen geht, noch bei einem anderen Thema. Ich habe Herrn Schönauer daher nicht angekreidet, dass er die Flüchtlingspolitik kritisiert, die kritisiere ich selbst immer wieder. Was ich ihm vorwerfe, ist seine Art, über Migranten und Muslime zu sprechen. Er hat natürlich das Recht, das zu sagen was er sagt, das spricht ihm niemand ab. Aber ich kann es bewerten und meinen Unmut darüber kundgeben, da die Meinungsfreiheit für ihn und mich gleichermaßen gilt.

Ich bin natürlich sehr glücklich darüber, wie das nun ausgegangen ist und kann nur hoffen, dass das jetzt damit ein Ende hat. Da Herr Schönauer jedoch eine Stellungnahme veröffentlicht hat (die Inhaltlich teilweise sehr fragwürdig ist, wie ich finde), in der er am Ende noch einmal erwähnt, dass er das Urteil eventuell anfechten möchte, könnte es natürlich sein, dass es da noch eine Runde geben wird. Warten wir es ab.

Danke für all die Unterstützung, die ich zu diesem Thema erhalte. Das ist wirklich toll und motiviert! Und wer hier Hass in den Kommentaren loswerden möchte, der darf gerne weitergehen.

Nur noch ein paar kleine Punkte, zur Klarstellung, da kolportiert wird:
(Ja, diese Dinge werden mir tatsächlich unterstellt)

  • Ich habe nie behauptet Journalist zu sein.
  • Alles hier auf dieser Seite ist reine Meinungsäußerung.
  • Herr Schönauer hat mir eine Aufforderung zu einer Unterlassungserklärung zugestellt, inklusive einer Geldforderung. Die Unterlassungsforderung ging weiter als nur den Artikel zu löschen, ich hätte mir selbst einen Maulkorb unter Androhung einer Vertragsstrafe verpasst. Diese Forderung habe ich natürlich abgelehnt und daraufhin hat er Klage eingereicht. Es gab weder davor, dazwischen oder danach eine Kontaktaufnahme, auf die ich angeblich nicht reagiert hätte.
  • Ich habe nicht zu einem Boykott aufgerufen und ich habe niemanden dazu aufgefordert Herrn Schönauer zu meiden.
  • Außerdem habe ich natürlich niemals ein Auftrittsverbot für Detlev Schönauer gefordert.

4 Gedanken zu “Detlev Schönauer – Das Landgericht hat geurteilt

  1. [Blockquote]
    Außerdem habe ich natürlich niemals ein Auftrittsverbot für Detlev Schönauer gefordert.
    [/Blockquote]

    Ich zitiere aus dem Blogartikel, der ja für den Prozess relevant ist:

    [Blockquote]
    Nachtrag 26.03.2018 – Antwort der Neunkircher Kulturgesellschaft gGmbH

    Man hat mir auf Anfrage mitgeteilt, dass man den Künstler bereits seit Jahren im Programm hätte und daher (sic) meine politische Einordnung seiner Person nicht teile.
    [/Blockquote]

    Eine Antwort bekommt man für gewöhnlich auf eine Frage. Demnach ist davon auszugehen, dass eine Frage an die Neunkircher Kulturgesellschaft gGmbH gestellt wurde, die darauf abzielt, weshalb die Neunkircher Kulturgesellschaft gGmbH Künstler auftreten lässt, deren Gesinnung nach Ihrer persönlichen Einschätzung rassistisch ist. Oder was beinhaltete jene Anfrage wohl sonst?

    • Meine Mail beinhaltete den Satz: „Im festen Glauben, das eine solche politische Agenda nicht in Ihrem Sinne ist, hoffe ich, dass Sie daraus entsprechende Konsequenzen ziehen werden in Zukunft.“

      Ich habe also durchaus die Hoffnung geäußert, dass der Verein da aktiv wird. In erster Linie, wollte ich den Verein darauf hinweisen, was da abging. Das hätte natürlich darin Enden können, dass Herr Schönauer dort nicht mehr willkommen ist, das streite ich nicht ab. Man hätte auch den Dialog mit ihm suchen können zu diesem Thema. Man hätte sogar Aufklärung betreiben können, dass das ja alles ganz anders gemeint sei.

      Ich wiederhole mich: Was ich NICHT getan habe, ist ein Auftrittsverbot zu fordern oder auch nur zu erwähnen. Ich habe auch nicht zu einem Boykott aufgerufen. Wer solches behauptet, der lügt. So einfach ist das.

  2. Sollte man irgendwie schon, wenn man Sprache nach draußen trägt. Als Journalist, Blogger oder sonstwie.
    Detlev Schönauer ist ein Kabarettist. Und „Rassismus“ ist ein übles Wort. Schon Mal mit Sprache auseinandergesetzt?
    Schönauers Verständnis von Kabarett liegt nicht unbedingt in der perfekt ausgefeilten Debatte. Er zieht es vor, den landläufigen – ja auch saarländischen – Witz aufzugreifen und diesen, ohne jemals gemein zu werden, zu reinmplatieren. Einfacher gesagt: Er passt auf, fasst auf und setzt um. Insofern hält er einfach nur jedem von uns den Spiegel vor. Wer jemals frühmorgens vor ebenjenem stand und sich fragte: „Bin ich das?“ hat Schönauers Konzept erfasst. Sein Humor ist schon deshalb nicht simpel, weil er aufgreift und zurückbringt. Es gelingt ihm, das Augenzwinkern hervorzuholen, das den meisten von uns frühmorgens, vor dem Spiegel, fehlt. Wir alle müssen dann irgendwohin. Zur Arbeit, zum Dienst, zur Schule. Sonstwohin. Vielleicht ist abends nicht mehr alles so schlimm, was tagsüber von Bedeutung war, es war eben so. Gedankenlosigkeit jedenfalls lässt sich Detlev Schönauer keinesfalls nachsagen. Schönauers durchaus integere Auseinandersetzung befasst sich mit dem Dazwischen. Und so komme ich auf den Punkt: Der Rassismus-Vorwurf ist nachgerade blöde. Daran ändert auch ein vorläufig zu akzeptierendes Urteil nichts. Das Ding mit dem Müllsack ist ja nichts anderes, als die kabarettistische Aufforderung über die Frau/den Mann nachzudenken, die/der da zwischen frühmorgens und endlich Feierabend so zwischen den Tageseindrücken herum gelatscht ist. Und so oder so damit umgegangen ist.

    Im Grunde erscheint es als überflüssig, Leuten, die sich regelmäßig öffentlich äußern, wie Herr Caspary dies ja gerne tut, die einfachsten Regeln journalistischer Sorgfalt und jene des glossistischem Aufgreifens zu erklären. Mag ja sein, dass er nun erleichtert zurückkehren wird in seinen entschuldigend vorangetragen Dilettantismus. Es könnte aber auch sein, dass er sich alsbald selbst an seiner Beharrlichkeit abschabt.

    • Mein Name ist „Caspari“, soviel zur Sorgfalt.

      Übrigens, einer Person, die kein Journalist ist, die den Anspruch an „journalistische Sorgfalt“ also gar nicht hat, in einem privaten Blog, welches rein eine Form der Meinungsäußerung ist, nachzutragen, nicht journalistisch genug zu arbeiten, ist geradezu abstrus. Das Blog hier hatte und hat den Anspruch, eine dezentrale Meinungsäußerungsplattform zu sein, damit ich nicht von Facebook und co. abhängig bin. Dennoch wird regelmäßig so getan, als sei das hier, im Gegensatz zu einer Facebooktimeline, ein journalistisches Angebot. Tipp: Nein, ist es nicht.

      Dass man das Programm des Herrn Schönauer anders bewerten kann, da stimme ich zu. Ich habe es eben so bewertet, wie ich es beschrieb und Sie sehen das anders. Das ist toll und das ist Meinungspluralismus, dann kann man loslegen und darüber diskutieren. Den Diskurs kann man natürlich auch versuchen zu ersticken, durch Klagen gegen die Meinungsfreiheit, was dabei heraus kommt, haben wir ja gesehen. 😉

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