Zwischenstation Schafbrücke

Montessori Gesamtschule Saarbrücken

Montessori Gesamtschule Saarbrücken

Zwischenstation Schafbrücke. So sieht es in der Unterkunft für männliche Flüchtlinge in der ehemaligen Montessori Gesamtschule Saarbrücken aus.

Seit dem 14. Oktober ist die ehemalige Montessori Gesamtschule Saarbrücken in Schafbrücke von Menschen bewohnt, die in der Landesaufnahmestelle Lebach bereits registriert und versorgt wurden und nun auf die Bestätigung ihres Asylanspruches warten, damit Sie in eine eigene Wohnung ziehen können. Hierzu kommen sie übergangsweise in der alten Schule unter.

Ich habe davon erfahren, da mein „Kussäng“ Martin Kuntz, im Rahmen seiner Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Dudweiler, dort vor Ort im Schichtdienst eingeteilt ist. Um mir ein Bild der Lage und den drei freiwilligen Helfern vor Ort eine Freude zu machen, habe ich mich auf den Weg nach Schafbrücke begeben und unterwegs drei warme Fleischkäsweck organisiert. Sie haben wohl gut geschmeckt, sagte man mir. 🙂

Organisation und Integration

Putz-Waschraum

Putz-Waschraum

Nach meinem Verständnis aufgrund einer Fluchtwegsproblematik notwendig, aber auch generell aus der Sinnhaftigkeit heraus landesfremde Menschen nicht auf sich alleine gestellt zu lassen in solch einer Unterbringung, sind dort rund um die Uhr zwei Feuerwehrleute sowie eine Person vom Malteser Hilfsdienst. Der Sanitätsdienst wurde auch bereits, so hat man mir berichtet, zweimal wegen kleinerer Blessuren in Anspruch genommen.

Da eine achtstündige Schicht nur zum Wachehalten natürlich sehr eintönig werden kann, übernehmen die Feuerwehrkräfte nebenbei kleinere Hausmeisterarbeiten und entlasten somit den eigentlichen Hausmeister, der daher nicht für jede Kleinigkeit, wie zum Beispiel ein verstopftes Siphon, vor Ort kommen muss. Das gehört natürlich nicht zu den übertragenen Aufgaben der Helfer, doch wo man helfen kann, hilft man gerne bei der Feuerwehr.

Schlafraumtür

Schlafraumtür

Zweimal in der Woche finden Deutschkurse statt, die von Deutschlehrern und Dolmetschern vor Ort durchgeführt werden. Zur Zeit sind 51 Menschen untergebracht, geplant sind maximal 80, bei theoretisch noch vorhandenen größeren Kapazitäten.

Die Bewohner des Hauses versorgen sich selbst mit Lebensmitteln und nötigen Gütern für den Alltag, sodass eine zentrale Versorgung mit „Rationen“, Hygieneartikeln und Kleidung nicht notwendig ist. Die Anwohner helfen natürlich gerne aus, wo sie können, sodass die Kinder im Haus inzwischen sogar mit Fahrrädern aus privaten Spenden versorgt sind. Da hüpfen Kinderherzen und es zeigt wunderbar wie schön doch Menschlichkeit sein kann.

Räumlichkeiten

Schlafraum

Schlafraum

Neben Schlafräumen sind im Gebäude ein Wäsche- und Putzraum, zwei Küchen mit Speisesäälen sowie auf jedem Stockwerk jeweils ein Aufenthaltsraum vorhanden. In einem Sanitätsraum können kleinere Blessuren verarztet werden, ein Zimmer hält als Aufenthaltsraum für die ehrenamtlichen Helfer her und in ein weiterer kleiner Raum dient für Einzelgespräche mit den Geflüchteten, wenn denn nötig.

Matratzen

Matratzen

Die früheren Schulhoftoiletten wurden zum Teil umgebaut, in die Kabinen wurden auf der einen Raumseite Duschen eingebaut und auf der anderen Seite Waschbecken um effektiv die bestehenden Räume und Möglichkeiten zu nutzen für die neuen Begebenheiten.

In den Schlafräumen sind Etagenbetten mit 24 möglichen Schlafplätzen vorhanden, von denen jedoch nur eine Belegung von 10 Betten eingeplant ist zur Zeit. Das heißt, es sind weitaus größere Kapazitäten vorhanden als zur Zeit benötigt werden, sodass man flexibel sein kann. Geplant sind jedoch maximal 80 Unterbringungen.

Bett

Bett

Die Betten sind natürlich nicht die bequemsten, aber sie sind schließlich auch keine dauerhafte Situation für die Menschen. Es stehen Decken, Kissen und Schaumstoffmatratzen zur Verfügung. Auf den Bildern sind keine Matratzen zu sehen, da der Schlafraum den ich mir angeschaut habe zur Zeit noch nicht genutzt wird, wir wollten schließlich nicht unnötig in die Privatsphäre der Menschen eindringen.

Aber vielleicht sind die Betten ja auch viel bequemer als sie aussehen, wer weiß. 😉

Das Ehrenamt einmal wieder

Es ist auch die Berufsfeuerwehr Saarbrücken vor Ort, doch die Freiwillige Feuerwehr, Malteser sowie Dolmetscher und Deutschlehrer sind vor Ort um den Menschen zu Helfen und ihre Integration zu unterstützen. Ich möchte hier den Helfern vor Ort und drum herum, auch symbolisch für all die sonstigen Ehrenamtlichen die sich für Flüchtlinge und generell Menschen in Not einsetzen, danken.

Nicht nur unser kulturellese Leben, auch ein großer Teil der humanitären Hilfe könnte niemals funktionieren, gäbe es nicht Menschen wie die in Schafbrücke, Lebach und in weiteren Unterkünften, die sich engagieren und einsetzen.

Das macht mir Mut auch für Dudweiler, wo demnächst eine Unterkunft für bis zu 1000 Menschen enstehen wird, was natürlich unmöglich ohne den Einsatz vieler Menschen machbar sein wird.

Dankeschön an euch alle!

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