Weihnachtsfrieden

Stille Nacht, heilige Nacht. Wenn Musik Leben rettet und für einen, wenn auch kurzen, Frieden sorgt.

Weihnachten, das Fest der Liebe, der Familie und der Besinnung. Für Christen ist es das Fest der Geburt des Heilands, für viele einfach ein Familienfest zum Jahresende. Worin sich alle einig sind, ist vermutlich, dass das Weihnachtsfest eine ganz besondere Zeit im Jahr ist.

Weihnachtsbaum 2018
Weihnachtsbaum 2018

Eine Geschichte rund um den Heiligabend, die wie ein Märchen klingt, jedoch anhand von Berichten und Tagebüchern zumindest in Teilen als belegt gilt, ist die des Weihnachtsfriedens von 1914.

Ein wahres Weihnachtsmärchen

Die Kurzversion lautet ungefähr wie folgend: Am Morgen des 24.12.1914, als das Wetter aufklarte, legten die kämpfenden Parteien an Strecken der Front die Waffen nieder, um ohne Todesangst die Post aus der Heimat lesen zu können. Man traf sich im Niemandsland, es wurde ein gemeinsamer Gottesdienst abgehalten und man sang bis spät in den Abend gemeinsam Weihnachtslieder. In einem Bataillionstagebuch wird sogar berichtet, wie Andenken und Zigaretten ausgetauscht wurden und man sich gegenseitig Familienfotos zeigte.

Nun ist aus den Weihnachtstagen 1914 an der Front wenig belegbar, es gibt Notizen, Tagebücher und bis vor ein paar Jahren gab es auch Zeitzeugen, die davon berichteten, dass an verschiedenen Abschnitten der Front an Weihnachten die Soldaten entschieden, die Weihnachtstage wolle man doch lieber gemeinsam anstatt gegeneinander verbringen. Das stellt man sich heute vermutlich alles sehr romantisiert vor, der Gedanke ist eben tatsächlich sehr schön.

Ein Traum von Frieden, mitten im Krieg

In Darstellungen in Filmen und Geschichten wird der Heiligabend 1914 so dargestellt, dass auf der einen Seite der Front, im Schützengraben, die Soldaten beginnen, „Stille Nacht, Heilige Nacht“ zu singen. Es stimmen Männer beider Seiten mit ein, das Lied ist schließlich bereits damals fast 100 Jahre alt und in vielen Sprachen und Ländern bekannt, bis entlang der Frontlinie keine Schüsse mehr, stattdessen weihnachtliche Melodien zu hören sind. Wer mich kennt, kann sich vorstellen, wie sehr mir die Idee gefällt, dass Musik die Herzen der Soldaten so tief erreichen kann, dass sie die Waffen niederlegen.

Wie gesagt, das ist sehr romantisiert dargestellt, aber es beschreibt sehr gut, was ein Fest wie Weihnachten bedeuten kann: Frieden. Es erinnert uns daran, dass Menschen im Grunde gut sind, dass wir für einander da sein können, dass wir Streit und Missgunst, zumindest für ein paar Tage, keinen Raum geben sollten.

Musik kennt keine Grenzen

Außerdem zeigt es die Macht der Musik, wie Melodien Grenzen überwinden können. Selbst im Krieg, selbst in den dunkelsten Momenten, kann eine einfache Melodie verbinden und sogar Feinde dazu bringen, ein paar friedliche Stunden zu verbringen.

Musik kennt keine Grenzen, keine Herkunft, keine Religion. Sie verbindet, als Sprache, die jeder spricht und jeder versteht. Und das wunderbare Weltkulturerbe „Stille Nacht, Heilige Nacht“, erklingt inzwischen seit mehr als 200 Jahren und in allen Sprachen der Welt.

Stille Nacht, heilige Nacht – Das Schalmeienorchester Dudweiler am 06.12.2015

Die Zeit genießen, aber ohne Scheuklappen

Zum Abschluss noch ein paar Worte zum Glück, die Feiertage ohne Sorgen verbringen zu können.

Wer bei „Do They Know It’s Christmas?“ einmal etwas genauer hinhört, wird daran erinnert, dass die meisten von uns in einer sehr glücklichen Position sind, in Frieden und Wohlstand ein Fest der Liebe zu feiern, ohne dass uns größere Sorgen plagen müssen. Im bekannten Text geht es darum, auf hungernde Menschen in ärmeren Regionen der Welt aufmerksam zu machen.

Hunger leide ich nicht, du vermutlich auch nicht, das hoffe ich zumindest. Dieses Glück haben nicht alle, um das zu sehen und zu erkennen, muss man nicht einmal an das andere Ende der Welt reisen. Auch in unserer direkten Nähe gibt es Menschen, denen es weniger gut geht als mutmaßlich den Meisten meiner Leser hier. Wer sich davon überzeugen will, muss sich nur ansehen, wie viele Gäste die Kirchen am Heiligabend im E-Werk Saarbrücken verköstigen.

Daher schaut doch gerne an Weihnachten einmal rechts und links am Weihnachtsbraten vorbei, vielleicht sehr ihr eine Möglichkeit, jemandem eine Freude zu machen. Wenn nicht an Weihnachten, wann dann?

Schöne Feiertage

Ich wünsche euch allen ein paar schöne Feiertage. Habt eine schöne Zeit, genießt die Ruhe, falls ihr welche habt und feiert mit euren Lieben, das ist es immer Wert

Frohe Weihnachten.


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