Vergleich mit Kita-Caterer ist eine Farce

Im Streit um Fremdkörper im Kita-Essen hat die Landeshauptstadt nun einen Vergleich mit dem Caterer angekündigt. Liebe Landeshauptstadt, das kann nicht euer Ernst sein!

Kindergarten

Anfang des Jahres wurde die Versorgung der städtischen Kitas an drei Caterer neu vergeben. Den Dienst angetreten haben nur zwei, da der Dritte bereits im Vorfeld durch Glassplitter im Essen auffiel. Damit blieb es bei zwei Cateringanbietern, einer davon übernahm ganze 16 Einrichtungen. Von Anfang an war die Leistung des Dienstleisters fragwürdig. Die Mahlzeiten waren unpassend zusammengestellt, lauwarm und bestanden aus Instant-Produkten. Gut, was möchte man erwarten, wenn man das Essen für unsere Kinder dem billigsten Bewerber übergibt. Dass Fischgräten in den Soßen gefunden wurden, ist jedoch bereits grenzwertig.

Jetzt ist der Anbieter seit einiger Zeit im Dauergespräch, nachdem mehrfach Fremdkörper im Kita-Essen gefunden wurden. „Ein Dutzend Fremdkörper in Kita-Essen„, schrieb der SR dazu. Es gab eine Abmahnung, was jedoch nicht verhinderte, dass es zu weiteren Beschwerden kam. Aus meiner Sicht ist eine erneute Ausschreibung und damit eine Kündigung des aktuellen Vertrags unumgänglich.

Die Landeshauptstadt und die SPD im Stadtrat scheinen das völlig anders zu sehen, denn nachdem der Caterer ein Vergleichsangebot vorgelegt wurde, welches „fast sämtlichen Vorfällen der letzten Monaten Rechnung“ trägt, wie Thomas Brück es in einer Pressemitteilung wiedergibt, möchte die Stadt dem Dienstleister weiterhin erlauben, die Kinder im Stadtverband zu gefährden verköstigen.

Wie die SPD Fraktion im Stadtrat mitteilt, sollen lediglich die bereits betroffenen fünf Einrichtungen in Zukunft von einem neuen Caterer beliefert werden, die übrigen elf Kitas können dennoch beruhigt aufatmen, schließlich sagt die SPD ganz streng: „Jetzt müssen die Mängel aber auch aufhören„.

Der Caterer hat die Fehler eingeräumt, es gibt also ein Eingeständnis, eine Kündigung sollte nur noch Formsache sein.

Und bei der nächsten Ausschreibung sollten die Qualitätsmerkmale etwas stärker ins Gewicht fallen, als der Kostenpunkt, würde ich vorschlagen.

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