USA: Entdiskriminierung der Ehe

GayFlagDie Vereinigten Staaten von Amerika haben die Diskriminierung von Homosexuellen bei der Eheschließung abgeschafft. Wann folgt Deutschland?

Der oberste Gerichtshof der USA, der Supreme-Court, hat entschieden, dass auch homosexuelle Partner die Ehe schließen können. Eigentlich könnte ich hier den Artikel beenden, denn diese frohe Botschaft steht quasi für sich selbst. Aber ich befürchte, ein wenig mehr sollte man dazu schon noch ausführen.

Seit Jahren wird hier in Deutschland das Thema „Homo-Ehe“ diskutiert. Ich persönlich bin kein großer Freund dieses Begriffes, einfach aus dem Grund, dass ich nicht der Meinung bin, dass es eine „Homo-Ehe“ gibt oder geben soll. Es gibt die Ehe. Und solange es diese gibt, sollte sie diskriminierungsfrei jedem sich liebenden Paar zur Verfügung stehen als Option. Es sollte keinen Unterschied machen, welchen Geschlechts die Partner sind, die sich den „staatlichen Segen“ abholen. Selbst die Formulierung „Öffnung der Ehe“ halte ich für einen Euphemismus, denn es klingt wie ein positiver und toleranter Schritt, dabei ist es nur Abschaffung bestehender Zivilisationslücken. Die Abschaffung von Diskriminierung ist etwas Gutes, keine Frage. Und auch ein Grund zu Feiern ist es mit Sicherheit, wenn man das denn endlich schafft. Aber wir sollten nicht allzu stolz darauf sein, dass wir im Jahre 2015 solch eine Debatte führen, zu Dingen die völlig selbstverständlich sein sollten.

Auch wenn ich nicht immer mit den bundespolitischen Entscheidungen in Deutschland einverstanden bin und auch wenn mir so manche gesellschaftliche Entwicklung überhaupt nicht gefällt, so bin ich der Meinung, dass wir in Deutschland in einer offenen und modernen Gesellschaft leben. Zumindest in groben Zügen. Ja, ich bin oft ein Pessimist was unseren Zivilisationsstand angeht, aber ein grundlegender Optimismus bleibt vorhanden.

Ich weiß nicht, wie groß der Anteil der Menschen in Deutschland ist, die aus persönlicher Abneigung heraus Menschen ihre Grundrechte missgönnen. Ich weiß, es sind zu viele, das sehen wir an vielen Debatten zu vielen Themen, aber ich glaube und ich hoffe, dass inzwischen eine ausreichende Mehrheit der Bürger die bestehende Diskriminierung Homosexueller gerne abschaffen würde oder zumindest eine ausreichende Gleichgültigkeit bezüglich der Thematik an den Tag legt. Leider sind aber einige ewig Gestrigen in der politischen Verantwortung und da werden dann eher krude Thesen und absurde Vergleiche angestellt oder Vorurteile geschürt, anstatt sich der Thematik sachlich und ohne Vorbehalte zu stellen. Wir reden hier schließlich nicht nur von der Ehe, wir leben hier in einem Land, in welchem Homosexuelle nicht einmal durch eine Blutspende Leben retten dürfen. Da fällt es schon manchmal schwer, von einer Zivilisation zu sprechen.

Doch mit ausreichendem Druck aus der Bevölkerung, wird sich vielleicht auch da der Wind drehen, wir können es nur hoffen. Nach Irland sind jetzt die USA (DIE USA!!!) die nächsten, die uns zivilisatorisch und gesellschaftlich zumindest in diesem einen Bereich mit wehenden Regenbogenfahnen überholen. Wir sollten versuchen nicht den Anschluss zu verlieren und möglichst bald auch in Deutschland das neue Jahrtausend betreten.

Zuerst aber sollten wir uns jetzt für die Menschen in den USA freuen, sie beglückwünschen und mit ihnen feiern. Die Homosexuellen und ihre Fürsprecher haben einen herausragenden Sieg erzielt und die konservative Gegenseite deutlich in die Schranken gewiesen.

Gratulation! Be relentlessly gay!

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