PIRATEN contra AfD: Wie weit rechts steht der Ortsverband Dudweiler?

UCas der Kesselflicker

UCas der Kesselflicker

Die AfD Dudweiler reagiert auf eine Pressemitteilung der Piratenpartei, mit Beleidigungen und Drohungen. So geht Politik à la AfD.

Nach der Pressemitteilung der Piratenpartei Saarbrücken bezüglich des Artikels des „Stern“, zur AfD Saarland und dem Ortsverband der AfD Dudweiler, hatte mir der Bezirksverordnete der AfD in Dudweiler Mirko Welsch bereits persönlich mit den Worten „oder es setzt was“ gedroht, wenn ich nicht bis 18:00 Uhr eine Richtigstellung veröffentliche. Auch eine Strafanzeige drohte er mir wegen Verleumdung an. Auf meine Nachfrage hin, was genau denn an den Aussagen falsch sei und wieso ich persönlich angezeigt werden sollte für eine Pressemitteilung der Piratenpartei, wurde ich auf allen Facebook-Kanälen blockiert, sogar aus einer Diskussiongruppe zu Dudweiler allgemein schmiss man mich hinaus.

Daraufhin hat die AfD eine Stellungnahme veröffentlicht in drei Punkten, die ich hier gerne einmal komplett zitieren möchte.

Die Stellungnahme der AfD

1.) Die Vertreter von NPD & Sagesa waren nicht willkommen und machten einen “Überraschungsangriff”. Peter Marx (NPD) blieb auf Anweisung von Josef Dörr, nachdem Mirko ihn eigentlich des Raumes verweisen wollte.  Auch schnitt an dem Abend Mirko ihm das Wort einige Male ab und wir teilten ihm mit, dass eine Zusammenarbeit mit der NPD für uns undenkbar ist. Die NPD ist eine nationale und sozialistische Partei. Wir sind eine konservativ-liberale Alternative.

2.) Bei der Demo waren Vertreter der Fussgänger aus KL eingeladen, nicht aber die NPD. Nach Gesprächen mit der Polizei erfuhren wir, dass die NPD nicht weg geschickt werden könne und wir auch nichts gegen die Banner tun könnten. Um entsprechende Aufnahmen des NPD-Plakates zu verhindern, sprang Mirko mit einem AfD-Plakat vor die Kamera.

3.) Die AfD Dudweiler war der erste Verband im Landesverband Saarland, der sich offen gegen die NPD und Sagesa aussprach. So waren wir auch bei der ersten Demo von “Bunt statt braun” anwesend. Als wir aber linksextreme Teilnehmer sahen und dass man die AfD mit den Nazis in einen Topf werfen wollte, haben wir uns dem verwehrt. Wir demonstrieren nicht mit Linksextremisten gegen Rechtsextremisten. Auch ging eine Distanzierung mehrerer Orts- und Kreisverbände und der mehrheitlichen Distanzierung des Landesvorstandes von NPD, FBU und Sagesa auf das Konto der AfD Dudweiler.

Fazit: Man kann also feststellen, dass die AfD in Dudweiler eine für die Saar-AfD wichtige Institution im Kampf zur Abgrenzung gegen diese Parteien. Hier hat besonders Mirko immer federführend agiert.

(Quelle: Dudweiler Blog – Stellungnahme von Walter Klicker)

Meine Antwort zur Stellungnahme der AfD

Interessanterweise hat die AfD mit Punkt 1 etwas dementiert, was nie behauptet wurde. Punkt 2 sagt inhaltlich, dass der Stern lügt und Punkt 3 verzerrt meiner Meinung nach die Realität, da ich weiterhin das Distanzieren von BUNT statt BRAUN aufgrund irgendwelcher Linksradikaler für eine fadenscheinige Ausrede halte nicht gegen die Brüder im Geiste zu demonstrieren.

Dementsprechend habe ich geantwortet und auch noch die Begründung nachgeliefert, warum ich das Demokratie- und Politikverständnis von Herrn Welsch für stark kritikwürdig halte und wieso mir die „Abgrenzung“ nicht ehrlich vorkommt. Außerdem wiederholte ich meine Frage, die auf anderen Kanälen mehrfach gelöscht wurde, was genau die AfD nun für justiziable Verleumdungen hält. Hier mein Antworttext:

zu 1.) Die Piraten haben nicht behauptet, dass die NPD vom Ortsverband eingeladen war, sondern lediglich die Aussage des Sterns dargestellt, dass Peter Marx anwesend war und gesprochen hat. Der Aussage stimmen Sie offensichtlich zu, so wie ich das lese. Wo sehen Sie die Lüge an der Stelle?

zu 2.) Laut Stern war die NPD sehr wohl eingeladen, der Stern schreibt auch von Mails und Nachrichten, die das belegen. Sie unterstellen also dem Stern, hier zu lügen, obwohl Herr Dörr aufgrund dieser Veröffentlichungen sein Amt hat ruhen lassen und parteiintern gegen ihn vorgegangen wird?

zu 3.) Auf der ersten Demo war die AfD mit dabei, das ist wahr. Wenn man sich der Demonstration dann jedoch bei den weiteren Terminen von BUNT statt BRAUN nicht anschließt und von dem Bündnis dahinter distanziert, einem Zusammenschluss von Parteien (SPD, CDU, FDP, Linke, Grüne und PIRATEN), nicht von linksextremen Organisationen, gleichzeitig aber in Saarbrücken mit der NPD gemeinsam auf der Straße steht, muss man damit rechnen, dass Schlüsse gezogen werden. Vor allem wenn die Koinzidenz dazu kommt, dass ab der zweiten Demo SageSa genau für das demonstrierte, was die AfD forderte: Keine Flüchtlingsunterkunft in Dudweiler.

Zum Fazit: Herr Welsch bezeichnet diejenigen als “Fascho-Soße”, die gegen SageSa und die NPD demonstrieren, da hilft ihm jedes “federführend agieren” bei der Abgrenzung zur NPD nicht.

Die PIRATEN nennt Herr Welsch öffentlich “Faschisten”, “Die LINKE” wird als “in der Tradition von Hitler” bezeichnet, Pressevertreter nennt er “Linksnazis”, wenn ihm die Inhalte nicht passen und CDU, SPD, FDP und PIRATEN illustriert der Bezirksverband der AfD Dudweiler auf seiner Facebookseite als Dreck, den es bei den Kehrwochen wegzukehren gilt. Das Demokratieverständnis lässt also durchaus zu wünschen übrig.

Herr Welsch hat mir auf Facebook, nachdem ich in einer Gruppe die Pressemitteilung teilte, mit den Worten “[…] oder es setzt was” gedroht und auf die Nachfrage, welche Aussagen denn als Lüge bezeichnet werden im Artikel, wurde mein Beitrag gelöscht und ich aus der Gruppe geworfen. So viel also zur Meinungsfreiheit.

Bis jetzt ist mir noch nicht klar, welcher Teil des Textes eine Lüge sein soll, welcher Teil justiziable Verleumdung sein soll und wieso eigentlich Herr Welsch mich haftbar machen möchte für die Pressemitteilung der Piratenpartei. Vielleicht können Sie da ein wenig Aufklärung leisten.

Vielen Dank.

Die Reaktion der AfD, das Niveau sinkt weiter

Inzwischen hat Herr Welsch geantwortet und ist seinem üblichen Niveau wieder gerecht geworden. Eine sachliche Diskussion ist nicht möglich mit diesem Mann, der mich inzwischen bei gefühlt jeder Diskussion einfach irgendwann zu beleidigen begann.

Wer dermaßen gegen die AfD agiert, muss auch mal rechnen mit den gleichen Mitteln eins zurück zu bekommen. Alleine bei den hier erwähnten “Zitaten” fehlt mal wieder der Zsammenhang, was ein typischer Caspari ist.

Austeilen wie die Kesselflicker. Heulen wie die Mädchen. Schon schlimm, wenn ich als Schwuler mehr Eier habe, als der Dudweiler Piraten-Kapitän.

(Quelle: Dudweiler Blog – Antwort von Mirko Welsch)

Ich nehme das „Austeilen wie die Kesselflicker“ einfach mal als Kompliment, mit einem ehrbaren Handwerker verglichen zu werden finde ich immer sehr nett. Wieso „Heulen wie ein Mädchen“ hier steht, ist mir nicht klar. Nicht nur habe ich an keiner Stelle mich beschwert oder „gejammert“, ich habe lediglich Fragen gestellt und Dinge klar gerückt, auch finde ich die Formulierung völlig daneben. Wieso die sexuelle Orientierung von Herrn Welsch oder die Anzahl an Eiern im Eigentum des Herrn Welsch im Vergleich zu den Anzahl an Eiern im Eigentum von Klaus Schummer (Der Vorsitzende des Piratenkreisverbandes und somit quasi mein Kapitän) von Relevanz ist, erschließt sich mir nicht, aber ich werde das jetzt nicht mehr fragen, der Herr Welsch soll sich in seinem Niveau nicht auch noch bestätigt fühlen. Außerdem käme darauf vermutlich nur die nächste Beleidigung zurück. Oder war damit gemeint, dass ein Schwuler normalerweise weniger männlich sein sollte als ein Hetero? Ach nein, das würde er bestimmt nicht sagen wollen, da er ja selbst Homosexuell ist.

AfD kehrt Andersdenkende weg

AfD kehrt Andersdenkende weg
(Quelle: Mirko Welsch auf Facebook)

Bei den Zitaten fehlt natürlich der Zusammenhang, so ist das bei Zitaten eben, dass man sie zitiert und nicht den Gesamttext wiedergibt. Jedoch setzt der Kontext die genannten Zitate auch in kein besseres Licht. Pressevertreter zum Beispiel „Linksnazis“ zu nennen kann man auch mit dem besten Kontext nicht relativieren.

Wie oben schon genannt, nennt Herr Welsch die Piraten auch gerne öffentlich “Faschisten”, “Die LINKE” wird als “in der Tradition von Hitler” bezeichnet, Pressevertreter nennt er “Linksnazis”, wenn ihm die Inhalte nicht passen und CDU, SPD, FDP und PIRATEN illustriert der Bezirksverband der AfD Dudweiler auf seiner Facebookseite als Dreck, den es bei den Kehrwochen wegzukehren gilt. Das Demokratieverständnis lässt also durchaus zu wünschen übrig, auch dass dabei wieder einmal rechte Symbolik verwendet wird, spricht Bände.

Zum Abschluss noch eine kleine Sammlung von Begriffen, mit denen mich der Herr Bezirksverordnete Welsch schon betitelt oder die er mir an den Kopf geworfen hat, just for the record:

  • Dickerchen
  • Kleiner Dicker Nazi
  • Fascho
  • Nazi
  • Faschist
  • „kleiner dicker Nazi“
  • „Göbbels wäre stolz auf Ihre Propaganda“

Nachtrag – 17.03.2016 – 20:38 Uhr

Inzwischen wird die Symbolik andersdenkende Wegzukehren mehrfach weiterverwendet, nun hat es dann doch auch die Grünen, die Linke sowie mehrere Organisationen und Magazine rund um Homosexualität erwischt. Mirko Welsch agitiert also nicht mehr nur gegen vermeintliche politische Feinde, sondern auch gegen Vertreter der Schwulengemeinschaft, da diese die Unverschämtheit besitzen seine politische Einstellung nicht zu teilen. Da er immer wieder betont, dass eine Ungleichbehandlung von Homosexuellen keine Diskriminierung sei, muss er sich nicht wundern innerhalb dieser Szene nicht sehr angesehen zu sein.

Das Männer Magazin geht darauf ein und erklärt auch, wo die Symbolik ihren Ursprung hat: http://m-maenner.de/2016/03/afd-kehrt-andersdenkende-weg/

Die Kehraktion der AfD wird erweitert

Die Kehraktion der AfD wird erweitert
(Quelle: Mirko Welsch auf Facebook)

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