Niedersachsen und Windows XP

Auch nachdem Microsoft jahrelang im Voraus angekündigt hat, dass Windows XP abgekündigt werden soll, haben es viele Firmen und Behörden dennoch nicht rechtzeitig zu einem Upgrade geschafft. So auch das Land Niedersachsen.

Wie man auf Heise.de lesen kann, hat das Land Niedersachsen leider den Termin verschlafen und schafft es bis zum 08.04.2014 nicht, seine Infrastruktur auf einen aktuellen Softwarestand zu bringen. Zuerst sollte mit der „T-Systems“ zusammen gearbeitet werden, das Projekt wurde dann aber die „IT Niedersachsen“ gegeben, als die privatisierung der IT rückgängig gemacht wurde. So weit, so gut.

Nun hat sich leider herausgestellt, dass durch diese Planänderung der Termin nicht eingehalten werden kann und daher das Upgrade nicht innerhalb des Supportzeitraums von Microsoft abgewickelt werden kann. Aus IT-Security-Aspekten heraus kann man natürlich auch nicht einfach den Supportzeitraum vorbeiziehen lassen, daher hat sich das Land nun für 8000 Rechner eine Supportverlängerung bis 2015 erkauft.

Neben der katastrophalen Projektplanung an der Stelle und dem grundlegenden Problem, dass überhaupt so alte Infrastruktur in Betrieb ist, stellt sich die Frage nach den Kosten. Microsoft-Manager Oliver Gürtler hat die Aussage getätigt, dass dieser kostenpflichtige Support über die eigentliche Supportzeit hinaus derart teuer ist, dass es für viele Firmen nicht rentabel ist. Das Land Niedersachsen hat bisher keine Kosten veröffentlicht, was darauf hindeuten lässt, dass auch die Verantwortlichen das so sehen und wissen, dass die Kosten hier in keiner Relation zum Nutzen stehen.

Gut, in der Situation, dass man sowieso keine andere Wahl mehr hat, muss man die Kosten eben aufbringen. Doch wer haftet für die Fehlplanung die die Bürger einmal wieder Riesensummen kostet? Diese Kosten hätten umgangen werden können, wenn man rechtzeitig das allseits bekannte Problem angegangen und frühzeitig Upgrades auf neue Software und/oder Hardware durchgeführt hätte.

Das Land sollte die Zahlen veröffentlichen, denn Transparenz muss gerade in einem solchen Fall, wo die Kosten auf Inkompetenz und Planungsfehlern basieren, obligat sein.

Und am Ende stellt sich natürlich die Frage, wieso überhaupt auf Blackboxsysteme wie Microsoft Windows gesetzt wird, anstatt auf freie Alternativen.

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