NeoNazi als „Bürgerwehr“ im Freibad Dudweiler

Um die Mär der vorgeblichen Gefahr zu untermauern, sorgen die Nazis jetzt selbst für Angst: Gestern war die „Bürgerwehr“ aus Burbach in Dudweiler.

Seit Jahren erzählen uns Nazis, egal ob braun oder blau, regelmäßig, man könne sich nicht mehr sicher fühlen auf unseren Straßen. Das ist natürlich eine Mär, die Kriminalstatistik widerspricht der Darstellung. Um die propagierte Gefahr zu untermauern, sorgen sie jetzt selbst für Unsicherheit und Angst unter den Menschen, indem sie sich als „Bürgerwehr“ formieren, um die guten Deutschen und das stolze Vaterland zu beschützen.

Dass selbsternannte „Bürgerwehren“ auftreten, ist nichts Neues. In Dudweiler haben wir sie bisher zum Glück noch nicht gesehen, bis gestern, als die NPD sich im Freibad Dudweiler breit gemacht hat.

Das Schlimme an der Bürgerwehrbildung ist, dass gleich auf mehreren Ebenen Schaden verursacht wird.

Der Eindruck einer Gefahr

Das zentrale Ziel der Nazis ist ganz klar, den Eindruck zu erwecken, es bestehe eine Gefahr. Denn nur, wenn die Menschen in Angst und Schrecken versetzt werden, kann man sich in die Heldenrolle versetzen und den Eindruck erwecken, Nazis schützen uns vor einer immer über uns schwebenden Gefahr. Der Mythos des guten Deutschen, der sich gegen die Invasion schützt, ist nicht unbekannt.

Verrohung und Fremdenhass

Da die Nazis explizit die Verteidigungslinie gegen „Islamisierung“, gegen „Importierte Kriminalität“ und generell gegen alles, was Fremd wirkt, bilden möchten, verstärkt das natürlich die Angst vor Fremden. Aber es wird eben auch die Grenze des Anstands verschoben: Sich zu mobilisieren, eventuell zu bewaffnen, wird salonfähig.

Misstrauen in die Staatsgewalt

Bereits durch die Bildung einer „Bürgerwehr“ wird unterstellt, dass die Polizei uns nicht ausreichend beschützt. Im Zweifel wird die Polizei sogar zum Feind erklärt und das Vertrauen der Menschen in die Justiz, in das Gewaltmonopol und die Sicherheit unseres Staates wird geschwächt.

Die Nazis leben davon, dass Menschen an ein Staatsversagen glauben, so können sie Macht ausüben über die, die sich Machtlos fühlen.

Direkte Gefahr durch Nazis

Jeder, der ins Feindbild der Nazis fällt, ist in direkter Gefahr. Ich persönlich fühle mich in der Gegenwart gewaltbereiter Nazis sicher nicht wohl, ganz allgemein weis man schon nicht, wann davon einer seine Machtphantasien ausleben möchte. Dazu kommt, dass ich oft genug verbal angefeindet wurde, wegen meiner politischen Einstellung aber durchaus auch schon wegen meines Namens (der fälschlicherweise für italienisch gehalten wurde) oder wegen meines Aussehens. Ich sorge mich aber insbesondere um Menschen, um Freunde, die noch offensichtlicher ins Feindbild passen. Einzelne Nazis sind eine bereits ausreichende Gefahr, sobald sie sich organisieren, wird es kritisch.

Importierte Nazis in Dudweiler?

Sind wir mal ehrlich, immer wieder bekomme ich zu hören, dass Fremde von außen bei uns eindringen und eine Gefahr für unseren inneren Frieden darstellen. So langsam verstehe ich, was das bedeutet, wenn ich jetzt sehe, dass Nazis aus Burbach zu uns „einwandern“ um in Dudweiler ihre Hetze zu verbreiten. Können wir bitte alle gemeinsam mal klarstellen, dass dieser rechtsradikale Sumpf nicht willkommen ist? Das wäre super. Danke.

Wir leben offensichtlich in einer Zeit, in der wir zusehen müssen, wie Nazis durch die Straßen marschieren und sich als Polizei aufspielen. Das dürfen wir nicht hinnehmen. Niemals.

 

Kein Fußbreit!

3 Gedanken zu “NeoNazi als „Bürgerwehr“ im Freibad Dudweiler

  1. Hallo lieber UCas,
    hoffentlich habt ihr die Polizei gerufen und bei Fehlverhalten der Nazis auch Anzeige erstattet. Hatten die Nazis Erkennungszeichen? Welche strafrechtlich konkreten Delikte haben diese Leute begangen? Gibt es von der Polizei bestätigte Zeugenaussagen und Film- oder Tonaufnahmen?
    Ich lebte mit meiner Frau 1997 in Konz und hatte, da klar erkennbare Nazi-Lieder eines Samstag nachts in der Nähe unseres Hauses gebrüllt wurden, die Polizei verständigt. Die räumten mit einer Hundestaffel auf.
    21 Jahre später habe ich in Merzig etwas ganz anderes erlebt. Ich machte nach einem Abendessen im Kreis meines Italienisch-Kurses einen Verdauungsspaziergang und stellte an unserer Kirche einen verdächtigen Audi vor unserer Kirche St. Josef fest. Ich schaute mir zunächst zu Fuß, später mit dem Wagen die umliegenden Häuser an, weil ich eine Straftat befürchtete. An einem Wohnhaus ging die Alarmanlage los. Der Eigentümer bestätigte mir jedoch einen Fehlalarm. Plötzlich verfolgten mich die beiden Audi-Fahrer ohne für mich erkennbaren Grund durch halb Merzig für 15 Minuten. 12 Minuten davon war ich panisch hilfesuchend telefonisch mit der Polizei Merzig auf der Flucht verbunden. Als uns der Streifenwagen stoppte, begann eine beispiellose und übel Tatsachen verdrehende “Polizeiermittlung“. Völlig haltlose Schutzbehauptungen wurden von Fatih M. und Emre Y. formuliert. Angeblich wurde ein Auto aus dem Familienclan vor Tagen zerkratzt und ich würde nun verdächtigt, der Täter zu sein. Keine Beweise, nur Vermtungen, um im Nachhinein die Verfolgungsfahrt zu rechtfertigen. Ach ja, zusätzlich warfen die beiden friedliebenden Mitbürger mir vor, ich hätte sie verfolgt mit meinem Auto.
    Die Polizei hat keinen konkreten Zeugenaufruf in der Presse gestartet, Bewohner eines Hauses, das sich unmittelbar am ersten Tatort meiner Verfolgung befindet, bis heute (7 Monate nach der Tat) nicht befragt. Zwei Autofahrer, die wenigstens in der Schlussphase der Verfolgungsjagd als Zeugen dienen könnten, hat die Polizei einfach weiter fahren lassen! Ich habe den Ford Focus ST mit knalloranger Farbe dann privat ermittelt und der Polizei zugeführt.
    Wer solch einen Fall erlebt hat, der stellt sich faktenbasierte und für die Öffentlichkeit interessante Fragen…

    • Hallo Waldi,

      ich war selbst nicht zugegen, ich habe es lediglich in den sozialen Medien damals gelesen und gesehen und wollte einen Standpunkt dazu beziehen.
      Danke für deine Zivilcourage.

      Gruß
      UCas

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