Leistungsschutzrecht schadet Verlagen

Suchmaschine Ecosia

Suchmaschine Ecosia

Nicht nur gewinnen die Presseverleger nichts durch das Leistungsschutzrecht, sie müssen auch noch drauflegen. Und das ist gut so!

Das Leistungsschutzrecht war und ist sehr umstritten, könnte man sagen. Wobei der Streit vor allem so aussieht, dass die Verlage es befürworten, ansonsten es gefühlt jeder ablehnt. Es ist legitim sein Geld mit Inhalten im Internet verdienen zu wollen, aber Suchmaschinen, die dies unterstützen, indem sie die Inhalte verlinken, dafür zur Kasse zu beten, ist völliger Blödsinn.

Um was geht es?

Wenn man als Suchmaschinenbetreiber einen Suchbegriff mit einer Internetseite beantwortet, erzeugt das Traffic, der mir Geld in die Kasse spült, wenn ich mit meinem Webangebot Geld verdiene. Verlage sind darauf angewiesen, dass zum Beispiel Google sie überhaupt sichtbar macht im Netz, diese dann finanziell belangen zu wollen, ist der Griff in die falsche Tasche.

Natürlich weckt es Begehrlichkeiten, wenn Firmen wie Google riesige Umsätze machen, durch ihre Dienstleistungen. Aber Google verdient nicht Geld damit, dass andere Inhalte ins Internet stellen. Google verdient Geld damit, den Usern eine Möglichkeit zu geben, diese Inhalte zu finden.

Vorhersehbares Resultat

Als das Leistungsschutzrecht in der Diskussion war, haben alle Fachmenschen vorhergesagt, dass die Idee nicht funktioniert, den Verlagen sogar schadet. Jedem Netzbewohner war klar, dass Suchmaschinenbetreiber, allen voran Google, sich auf dieses Spiel nicht einlassen. Vorausgesagt wurde explizit, dass Betreiber wie Google, bei der Anfrage, zu einer Verlinkung Geld zu zahlen, den Link einfach entfernen werden und dass das den Betreibern schadet.

Nun kam es offensichtlich so, dass Google die Links nicht entfernt, aber eben nur noch die nackten Links anbietet, keine Snippets (Die kurzen Texte unter dem Seitentitel eines Suchergebnisses) mehr. Alleine das schadet dem Wert der Suchtreffer wohl derart, dass die Benutzer nicht mehr darauf klickten und Axel Springer zum Beispiel drastische Einbußen in ihren Besucherzahlen erlebten.

Daraufhin hat man Google eine kostenlose Nutzung eingeräumt, also den gesamten Kampf um ein Leistungsschutzrecht ad absurdum geführt. Am Ende wurde dieses Verhalten sogar noch verboten, was es den Verlegern noch schwerer machte. Aktuelle Zahlen belegen, dass es die Pressebeteiligten mehr Geld kostet die diversen Gerichtsprozesse um das Leistungsschutzrecht zu führen, als sie durch das Leistungsschutzgesetz eingenommen haben. Und das finde ich gut so!

Lernen durch Schmerz

Wer Schutzgeld erpressen möchte, sich durch Lobbyarbeit ein Gesetz basteln lässt, mit dem Dritte unberechtigt und gezwungenermaßen zu einer Einnahmequelle werden, der muss eben durch den Schmerz jetzt lernen, dass so etwas nicht legitim ist. Vielleicht besinnen sich die Verlage nun darauf, sich auf die Inhalte ihrer Portale zu konzentrieren und versuchen wieder ein wenig mehr Benutzer- und Kundenbezogen zu agieren, anstatt sich an fremden Geschäftsmodellen bereichern zu wollen.

Ecosia

Da es hier auch um Suchmaschinen geht, möchte ich gerne noch auf ecosia.org hinweisen. Die Suchmaschine wird von einer deutschen GmbH betrieben, speichert Daten sparsam und pflanzt Bäume. Sehr feine Sache. 😉

Quellen

Weiterführend

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