Für eine Familienkarte braucht es einen Mann

Familien? Nein Danke.

Familien? Nein Danke.

Eine Familie erhält im Freibad Hermeskeil keine Familienkarte. Die Kassiererin will wissen, wo denn der Mann sei und verweigert den Familiensparpreis.

Wie queer.de berichtet, scheint es bezüglich der Familienkarte im Freibad Hermeskeil eine ungeschriebene Zusatzregelung zu geben, die auf der Preisliste nicht ausgezeichnet ist. Offensichtlich scheint der Erhalt einer Familienkarte nicht nur vorauszusetzen, dass es sich um zwei Erwachsene und ein Kind handelt, was ja noch durchaus nachvollziehbar wäre, üblicherweise ist schließlich der Einzelpreis für einen Erwachsenen zusammen mit einem Kind sowieso günstiger als ein Familienticket. In Hermeskeil scheint es allerdings außerdem noch die Bedingung zu geben, dass die beiden Erwachsenen unterschiedlichen Geschlechts sind.

Die Eltern wollten mit ihren beiden Kindern ins Schwimmbad und erwarteten, vermutlich ganz selbstverständlich, den Eintritt zum Badespaß in Form eines gemeinsamen Familientickets entrichten zu können. Die Dame am Eingang war anderer Meinung und verwehrte den ermäßigten Zutritt ins kühle Nass. „Wo ist der Mann? Nein, das geht nicht! Mann und Mann und Frau und Frau geht hier nicht!“, hat die Kassiererin laut Aussage der Eltern erklärt.

Nun ist es nicht der erste Fall, in dem dieses Bad Schlagzeilen machte mit eigenartigen Regelungen. Geflüchtete Menschen haben dort im vergangenen Jahr einen Badepass erhalten, jedoch nur, nachdem sie eine Unterweisung in Benimm- und Hygieneregeln erhielten.

Wir leben im Jahr 2016 und in Deutschland reden wir immer noch eher von „dulden“ als von „akzeptieren“, wenn es um die freie Partnerwahl unter freien Menschen geht. Rückständige, verbohrte, „konservative“ Menschen leben eben weiterhin im vergangenen Jahrtausend und so sind kleine Diskriminierungen im Alltag leider immer noch „normal“. Da wir jedoch auch rechtlich weiterhin bestimmte Formen der Liebe diskriminieren, ist es kein Wunder, wenn Menschen auch im Alltag solchen Erlebnissen ausgesetzt sind.

Wir müssen nun abwarten und hoffen, dass die Stadt Hermeskeil hier die notwendigen Schlüsse zieht und nicht nur eine klare Stellungnahme und Entschuldigung veröffentlicht, sondern die entsprechende Angestellte schnellstmöglich entlässt. Diskriminierung kann und darf nicht ohne Folgen bleiben. Keine Toleranz für Intoleranz!

Alternativ kann das Freibad natürlich auch das Artikelbild dieses Beitrages als Plakette am Eingang anbringen.

2016. Verdammtnochmal!

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