Ein Jahr als Dirigent

SKVD WappenEin Jahr als Dirigent. Einmal Weihnachten, Fastnacht und Sommer. Und nun?

Heute fand die Mitgliederversammlung des Schalmeien- und Kulturvereins Dudweiler e.V. statt. Als Dirigent hatte ich die Ehre, auch ein paar Worte an die Versammlung richten zu dürfen in Form eines Jahresberichtes. Dem bin ich natürlich gerne nachgekommen. Ich habe frei gesprochen, aber zur Vorbereitung den folgenden Text verfasst.

 


Liebe Musikfreunde,

ich habe das Amt des Dirigenten vor etwas mehr als einem Jahr von Horst Eifler übernommen, pünktlich zu den Proben für unser Weihnachtsprogramm. In den Monaten davor war dieser Schritt zwar im Gespräch, aber natürlich wollte ich nur ungern mein Instrument hergeben. Außerdem war ich nicht sicher, ob ich als Dirigent wirklich geeignet bin. Das gesamte Orchester zu leiten, der „Chef“ sein, die Auftritte und Proben zu planen und an neuen Stücken zu arbeiten, das ist dann doch etwas anderes, als den Kindern das Spielen beizubringen.

In den letzten Monaten habe ich aber immer mehr das Gefühl, in den Job hinen gewachsen zu sein und ich habe auch das Gefühl, dass die Musiker das ebenso sehen und dass  Orchester und Dirigent gut harmonieren.

Die Adventskonzerte 2014 waren dann auch, aus meiner Sicht, ein voller Erfolg. Der Weihnachtsmarkt in Herrensohr war der erste „Testlauf“, Aufregung war spürbar aber die Kälte war das größere Problem. Das Konzert kam wie immer gut an, beim Gastgeber sowie bei den Zuhörern. Zwei Wochen später stand direkt ein Novum ins Haus, wir waren zu Gast in der Seniorenresidenz „Haus am Berg“ in Blieskastel, welches wir bislang nur im Sommer kannten und besuchten. Die Bewohner des Hauses, die ohnehin zu unseren größten Fans gehören, sangen uns zum Dank für das schöne Konzert ein Liedchen, man kann also sagen, wir sind sehr gut angekommen mit unserem Adventsprogramm. Der Höhepunkt war dann das traditionelle Adventskonzert in der Heilig-Geist-Kirche in Dudweiler. Für mich der Höhepunkt des Jahres, der dritte Termin als Dirigent und dann direkt eines der Jahreshighlights des Orchesters. Wir haben ein wunderbares Konzert dargeboten, die Zuhörer waren absolut begeistert, wir erhielten Minutenlange stehende Ovationen. So, dachte ich mir, kann das Jahr ausklingen, dieser Einstand fühlte sich wunderbar an.

An der Fastnacht habe ich dann mein Instrument wieder in die Hand genommen, da bei einem Umzug ein Dirigent sowieso nicht vonnöten ist konnte ich dann wieder für ein paar Wochen selbst mitspielen. Doch dann begannen auch schon die Proben für die Sommerkonzerte, planerisch allen voran das Parkkonzert, auf dem Kalender kam jedoch noch eine schöne Überraschung dazwischen. Am Maifeiertag haben wir das „1. Mai Fest“ der Kerrlocher Schlameie besucht, die von unserer Anfrage dazu durchaus überrascht waren. Sie haben uns wie alte Bekannte begrüßt und waren hocherfreut über unseren Besuch und unser Aufspielen. Es wird wohl nicht der letzte Besuch gewesen sein.

Eine Woche später fand dann unsere Kompaktprobe am Rischbachstollen in St. Ingbert statt. Von 14:00 Uhr an haben wir geprobt, gegessen, geprobt, gegessen und getrunken. Mit dieser Kompaktprobe, die wir unter anderem für das Einstudieren neuer Stücke nutzten und den vielen sonstigen Proben in den Wochen zuvor und danach waren wir gewappnet für unser Parkkonzert. Auch am Parkkonzert gab es nichts zu meckern, wir haben zwei Stunden lang begeistert, einige Gäste haben im Nachgang mehrfach gelobt, wie toll es ihnen gefallen hat.

Im Juni stand dann wieder eine Überraschung an, die „Schalmeien Riadkracher e.V. Langenau“ haben uns zu einem Kennenlerntreffen eingeladen und dieser Einladung sind wir natürlich gerne gefolgt. Ulm war ein Stück Strecke zu fahren, aber es hat auch hier wieder einen Riesenspaß gemacht, wie bereits bei den Kerrlocher Kollegen auch in Ulm neue Schalmeienkapellen und Schalmeispieler kennen zu lernen, mal „etwas anderes“ zu sehen und zu hören und Kontakte zu knüpfen.

Danach folgten die „üblichen Verdächtigen“ unter den Sommerauftritten. In der Reihenfolge der Termine waren das, das Waldfest der KG Pfaffenkopf, das Sängerfest des MC Herrensohr, das Garagenfest des KGC und das Oktoberfest des FFZ. Neu kamen dann noch hinzu im Juli das Sommerfest des Pflegeheims St. Elisabeth Dudweiler und im Oktober, als Abschluss der Saison das Oktoberfest der Schützen Friedrichsthal. Dort saßen Menschen, die in Dudweiler wohnen und arbeiten, uns aber noch nie gehört haben. Soll es auch geben, wenn auch selten.

Doch bei aller Freude an der Musik und bei den vielen neuen Kontakten die wir knüpfen konnten, sollte man an der Stelle dennoch ein klein wenig nachdenklich werden. Von den zehn Darbietungen in diesem Jahr, war einer ein Geburtstagsständchen, dann hatten wir unser eigenes Parkkonzert und insgesamt vier neue Gastgeber, bei denen wir zuvor nie zu Gast waren. Das bedeutet, von unseren früher vielzähligen Terminen über den Sommer, bei Gastgebern denen wir und die uns jahrelang treu waren, sind genau vier übrig geblieben in diesem Jahr. Die KG Pfaffenkopf, der Männerchor Herrensohr, die Kaltnaggischer Gardisten und der Freie Fanfarenzug.

Ja, dafür gab es in diesem Jahr ein paar Neuerungen, das ist gut so und das müssen wir weiter ausbauen. Wir müssen auf alte Freunde proaktiv zugehen und uns wieder ins Gespräch bringen und wir müssen weiter versuchen mehr neue Möglichkeiten für uns zu finden. Auch sollten wir darüber nachdenken, mehr eigene Veranstaltungen oder Aktivitäten über das Jahr zu gestalten. Jedes Mitglied, gleich ob aktiv oder inaktiv, sollte sich Gedanken darum machen, wie man wieder mehr in die Öffentlichkeit gehen kann und vor allem, wie man neue Mitglieder und Musiker motivieren kann.Der Verein lebt von seinen Mitgliedern und von seiner Musik, aber auch von gemeinsamen Unternehmungen und wir alle müssen uns daran beteiligen dass dieses Vereinsleben nicht nur weiter lebt, sondern wieder stärker auflebt und blüht.

Für 2016 haben wir uns einiges vorgenommen, wir feiern ein Jubiläum aber auch musikalisch wird es im ersten Halbjahr schon was zu tun geben. Die Spieler mit ihrer Spielerkasse, der Verein mit der Vereinskasse, Familie Marian und Familie Gräber-Reich haben zusammengelegt und Noten eingekauft für die kommende Saison. Insgesamt acht neue Stücke liegen vor, die es, zumindest zum Teil, zum Parkkonzert einzustudieren gilt. Unsere Gäste werden am Parkkonzert vermutlich sehr überrascht sein, über die Fülle an neuen Melodien.

Alles in Allem kann man sagen: Das verganene Jahr hat Spaß gemacht. Die Auftritte waren super, an der Probendisziplin gab es nichts zu bemängeln, ich hoffe, das bleibt auch weiterhin so gut. Danke an das Orchester, dass sehr gut und hoffentlich mit viel Freude mit mir zusammen arbeitet.

Ich freue mich schon auf das kommende Jahr und hoffe, wir werden noch lange und vor allem viel öfter gemeinsam auf der Bühne stehen.

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