Busfahrer der Saarbahn streiken, aber wieso gerade heute?

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Heute morgen wurde durch ver.di für die Busfahrer in Saarbrücken der Streik ausgerufen. Natürlich ist es wichtig, für seine Rechte einzutreten und zu streiken, doch das Timing ist sehr wichtig und in diesem Fall sehr unglücklich.

Die Gewerkschaft ver.di hat heute Morgen ab 03:30 Uhr den öffentlichen Nahverkehr in Saarbrücken vorläufig beendet. Die Saarbahn GmbH wurde laut eigener Aussage um 03:00 Uhr darüber informiert, wie es einem Facebookbeitrag zu entnehmen ist, auf der Homepage des Unternehmens ist bislang keine Information darüber zu finden.

Ein Streik hat den Zweck Druck auf ein Unternehmen auszuüben. An dieses Ziel führen verschiedene Effekte eines Streikes, angefangen mit einem direkten Umsatzverlust durch den Ausfall einer Leistung. Ohne die genauen Zahlen zu kennen, scheint mir dieser Schaden jedoch recht gering auszufallen, wenn man die vielen Kunden mit Monats- oder Jahreskarten bedenkt, sowie die staatlichen Zuschüsse die natürlich unbeeinträchtig sind durch einen Streik. Auch die Möglichkeit Kunden zu verlieren erscheint mir kaum relevant.

Viel stärker wiegt in dem Fall vermutlich der gesellschaftliche Druck, der auf das Unternehmen ausgeübt wird, wenn die Kundschaft verärgert ist. Außerdem handelt es sich nicht um irgendeine private Unternehmung sondern um den öffentlichen Nahverkehr, sodass zumindest theoretisch auch politischer Druck entsteht, wenn die Leistung nicht erbracht wird aufgrund von Streikausfällen.

Gerade heute, am Tag der Matheabiture im Saarland, ist der Frust bei den Bürgern sehr groß und für viele junge Menschen steht am heutigen Tag einiges auf dem Spiel. So entstehr zwar auf der einen Seite besonders großer Druck, andererseits stellt sich die Frage nach dem Verantwortungsbewusstsein von ver.di.

Durch die fehlene Ankündigung war es unmöglich, sich auf den Streik vorzubereiten und wo es für andere Schüler und Arbeitnehmer nur wenig Schaden erzeugt, mit Verspätung zur Schule oder zum Arbeitsplatz zu erscheinen, ist es für die Prüflinge heute eine Katastrophe, wenn sie durch den Streik nicht pünktlich sind. Und selbst wenn die Schüler es schaffen, pünktlich im Prüfungsraum zu sein, ist der entstandene Stress der Prüfungsleistung sicher nicht zuträglich.

Natürlich ist der Arbeitskampf wichtig und das Streikrecht wird hier niemandem abgesprochen, doch man hätte sich ein wenig mehr Gedanken um das Timing machen, oder zumindest den Streik früher ankündigen können. Die Bildung und die Schulabschlüsse junger Menschen sollte man nicht für seine Ziele im Arbeitskampf opfern. Den Streik um wenige Tage zu verlegen hätte dem Streikziel nicht geschadet, aber der Nachwuchs hätte es gedankt.

Ich drücke allen Abiturienten heute die Daumen und hoffe, dass die Matheprüfung auch mit all dem Ärger und Stress für alle ein Erfolg wird.

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