Bouldern

Liebes Tagebuch: Gestern war ich zum ersten Mal bouldern.

KBA-Saar – Klettercenter und Boulderarena im Saarland – https://kba-saar.de

Angeblich sind Weblogs ja so etwas wie Tagebücher, aber ich nutze mein Blog hier ja dann doch eher selten für persönliche Themen. Das könnte man mal ändern, der heutige Anlass ist, dass ich, nach langer Überlegung heute das Bouldern ausprobiert habe. Oder besser gesagt: Wir haben es zu dritt versucht.

Ich möchte kurz ausholen, auch um zu erklären, wieso ich das Thema relevant für mein Blog finde. In den letzten Jahren habe ich zwar nicht stetig, aber schubweise Gewicht zugelegt. Gut, ich war seit der Grundschule nie wirklich schlank, aber lange Zeit war das kein gröberes Problem, ein leichtes bis mittleres Übergewicht hat mich nie gestört. Das wurde nach dem Studium jedoch zu einem schlimmer werdenden Problem. Nicht zuletzt mein sitzender Job und meine körperliche Faulheit schlagen hier zu buche, aber auch meine Ernährungsumstellung auf eine vegetarische und später vegane Ernährung sorgte für umfangreiche Schübe.

Zuerst habe ich immer wieder Diättipps, die man eben so kennt, durchgespielt. Manches hat kurzzeitig geholfen, manches war sogar extrem Kontraproduktiv. Am Ende stand ich bei 130kg und wusste: Ich muss was tun.

Was ich tun musste und wollte, war im ersten Schritt, mich etwas besser mit Ernährung, Nährstoffen und vor allem Energiebilanzen auseinander zu setzen. Kalorien zählen und Kohlenhydrate vermeiden (Da in meinem Fall das eines der Hauptprobleme war und ist) zeigte sich als sehr effektiv. „Fettlogik überwinden“ von Nadja Hermann hat mir da sehr weiter geholfen, ihr kennt sie auch als die Comiczeichnerin @erzaehlmirnix.

Außerdem wollte ich mich gezielt mehr bewegen und auch Sport treiben. Doch was tun, wenn man 130kg wiegt? Joggen, Radfahren, die ganzen „Klassiker“ die einem einfallen, stellen sich als schwierig heraus. Schwimmen geht natürlich immer, aber das ist als tägliche Sporteinheit doch sehr aufwendig.

Body-Weight-Übungen waren der ersten Anlauf, doch für eine Liegestütze muss man sich erst einmal selbst stemmen können und Figuren wie einen „Hampelmann“ oder Situps waren, aufgrund von Schmerzen, unmöglich umsetzbar. Daher habe ich das dann reduziert auf „Wandstützen“ und Kniebeugen.

Schon länger hatte ich mit Bouldern geliebäugelt, da es interessant und spannend auf mich wirkte. Ich ging jedoch davon aus, dass das in meinem „Zustand“ nicht machbar ist. Nachdem ich jedoch nun ein wenig abgenommen hatte, habe ich mich informiert, welche „Grundfitness“ man denn dafür mitbringen sollte. Die Überraschung: Fast gar keine. Eine interessante Formulierung die ich las: „Jeder der auf eine Leiter steigen kann, kann Bouldern.“

So kam es, dass wir gestern zu dritt im „Klettercenter und Bouldingarena im Saarland“ waren und es einfach mal für 2 Stunden versuchten. Was soll ich sagen: Es hat dermaßen Freude bereitet, das werden wir mit absoluter Sicherheit regelmäßig tun jetzt.

Sport ist nur dann wirklich nützlich, wenn man dran bleibt und dran bleiben kann man nur, wenn man es des Spaßes wegen tut und nicht nur des Nutzen wegen. Ausdauer und Kondition, Körperkoordination und nicht zuletzt Muskelaufbau, der durch den erhöhten Grundumsatz dann auch die Diät unterstützt, sind toll, sind nett, aber sind offensichtlich bei einem faulen Menschen nicht ausreichend. Wenn man aber „Bock drauf hat“, was man tut, dann gewinnt man auch einfacher den täglichen Kampf gegen den inneren Schweinehund.

Nun, wer bis hierher gelesen hat, wird gemerkt haben, dass das Bouldern eine Art Vorwand war, über meine Gedanken zu Übergewicht und Sport zu schwadronieren, aber offensichtlich war es nicht so schlimm zu lesen, dass du abgebrochen hättest. Danke dafür!

Ich bin gespannt, wie schnell ein Fortschritt in der Kletterleistung und auch eine Zustandsverbesserung eintritt. Die Muskeln, die gestern beansprucht wurden, kann ich heute auf jeden Fall sehr gut identifizieren. Eventuell halte ich euch auf dem Laufenden. 😉

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