AlphaGo gewinnt 4:1 gegen Lee Sedol

Schon seit einigen Tagen geht es durch die Presse, eine Maschine namens AlphaGo hat Go gelernt und feiert eine Siegesserie. Was bedeutet das?

Nun ist das endgültige Ergebnis bekannt, AlphaGo hat die Spielreihe gegen Lee Sedol mit 4:1 gewonnen und somit den Beweis angetreten, dass Maschinen auch ein Spiel, welches nicht vollkommen überblickbar ist, besser beherrschen können als ein Mensch. Ein guter Tag für die Forschung, ein trauriger für so manchen Go-Fan.

Das Ergebnis stand eigentlich bereits vor zwei Spielen fest, denn als die Maschine 3:0 führte, war das „Best of Five“ bereits entschieden. Natürlich wurde die Reihe zuende gespielt und im vierten Spiel konnte Lee Sedol einen Ehrensieg erzielen und hat die Maschine geschlagen. Das letzte Spiel der Reihe hat er jedoch dennoch verloren, wenn auch sehr knapp.

Schachcomputer kennen wir seit eingigen Jahren und das Schachproblem ist recht einfach lösbar: Man schaut sich als Maschine die aktuelle Lage auf dem Brett an, rechnet alle möglichen Züge und die darauffolgenden bis zum Ende des Spiels durch, berechnet für jede Variante die Siegeswahrscheinlichkeit und zieht den dadurch gefundenen besten Zug. Doch so einfach ist das bei Go nicht lösbar, denn das Spiel ist zu komplex. Die Anzahl alleine aller möglichen Brettkonstellationen, also der Verteilung der Steine auf dem Spielbrett, ist größer als die Anzahl der Atome im gesamten Universum. Wie kann man für solch ein Spiel eine Maschine bauen?

Google hat ein neuronales Netzwerk darauf trainiert. So einfach… Nun, so einfach ist das gar nicht und dazu kommt auch noch eine komplexe Baumsuche, dazu könnt ihr mehr lesen im Heise-Artikel zu den Grundlagen. Das neuronale Netzwerk wurde gefüttert mit einer riesigen Datenbank an dokumentierten Spielen. Danach musste AlphaGo gegen sich selbst spielen und dabei lernen, doch dabei geschah das unvorhergesehene, was dem Thema die eigentliche Brisanz gibt.

AlphaGo hat mit sich selbst gespielt und dabei offensichtlich Züge „erdacht“, auf die so bislang noch kein menschlicher Spieler gekommen war. So hat sie auch einen Teil der Partien gewinnen können. Bei einzelnen Zügen waren die Kommentatoren irritiert und konnten nicht erklären, wieso die Maschine das getan hat, was es tat, die Zugwahl war so noch nie von einem Menschen getroffen worden und war nicht erklärbar. Am Ende hat AlphaGo dann den Wert der Platzierung gezeigt und das Spiel gewonnen.

Das hat nun zur Folge, dass die Spieler dieser Welt sich die gespielten Züge sehr genau anschauen und es ist gut möglich, dass die Spielweise von Go sich verändern wird durch das, was AlphaGo getan hat. Der Mensch lernt also erstmalig in der Geschichte von einer Maschine, anstatt umgekehrt und das ist ein bewundernswerter Durchbruch. Google DeepMind, die Firma hinter AlphaGo, hat einen zukunftsweisenden Stein gesetzt und man kann gespannt sein, was darauf nun folgen wird und welche Folgen das für die Forschung im Bereich „Künstliche Intelligenz“ haben wird.

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