25 Jahre Kalibo – Die Jubiläumsshow im Salzbrunnenhaus

Kalibo beim Gedankenlesen

Kalibo beim Gedankenlesen

Wenn er einlädt, braucht es einige Stühle. Er verzaubert jung und alt von nah und fern und das nun seit bereits 25 Jahren. Die Rede ist vom saarländischen Zauberkünstler Kalibo und seiner Jubiläumsshow im Sulzbacher Salzbrunnenhaus.

Als Straßenkünstler, Wegelaberer und Kriminalmagier ist er bekannt. Auch die Galavariante seines Programmes beherrscht er, selbstredend, mit Bravour. Am Freitagabend fanden sich rund 100 Gäste im Salzbrunnenhaus ein, die ausschließlich auf persönliche Einladung des Magiers anreisten. Der ursprüngliche Plan sah noch etwas anders aus, so sollten die Plätze primär an Freunde und Familie vergeben werden, der Rest dann frei erhältlich sein. Doch war der Ansturm aus seinem „engsten Kreis“ auf die Gelegenheit so groß, dass innerhalb kürzester Zeit ein Zusatztermin anberaumt werden musste, so kam es, dass der Meister an diesem ersten Abend fast jeden Menschen im Saal mit Vornamen persönlich ansprechen konnte, es entstand ein sehr familiärer Rahmen.

Nach einer herzlichen Begrüßung und einer Einleitung dahin, um welch besonderen Anlass und welch erlesene Zuschauerrunde es sich handelt, eröffnete der Mann mit Zwirbelschnurrbart ganz klassisch damit, dass er einen „Einklatscher“ und eine Dame für den „hysterischen Teil“ erwählte. Beide haben ihre Aufgabe natürlich wundervoll gemeistert, der Anheizer hat seinen Job sehr ernst genommen und wurde immer wieder über den Abend der Kondensationspunkt für einen jubelnden Beifall. Doch gleich zu Beginn wurde auch eine weitere tragende Rolle für den Abend geklärt: Jemand musste, ganz akribisch und bis zum Schluss, eine geheimnisvolle Papiertüte auf der Bühne bewachen, die den, wie soll es anders sein, Höhepunkt des Abends beinhaltete. Mehr soll zu diesem Höhepunkt jedoch nicht verraten werden, es selbst zu erleben ist die größere Freude, diese wird an dieser Stelle ungetrübt bleiben.

So viele Ringe

So viele Ringe

Von Kartentricks, über eine sehr amüsante Abwandlung eines bekannten Seiltricks, bis hin zu dem beliebten „Balls and Cups“ war das Programm angereichert mit alten und neuen Inhalten, inklusive einer Uraufführung, speziell für den bedeutsamen Abend einstudiert. Bei der Routine der verbundenen Ringe ließ der Gastgeber es sich nicht nehmen, auf die besondere Bedeutung für sich und seine Familie hinzuweisen, Emotionen und Tränen waren an einigen Situationen nicht zu vermeiden. Als es dann anstatt mit der „Zwangsjacke des Todes“ mit einer anderen, keineswegs weniger beeindruckenden Vorführung einer gefährlichen Nummer aus der Auswahl des berühmten Harry Houdini in die Pause ging, stockte dem Publikum endgültige der Atem. Der Anblick eines Mannes, der 10 Nadeln schluckt, ist nicht alltäglich.

Kalibo, der wie kaum ein anderer mit Kindern umgehen kann, hat wie immer alle Generationen begeistert und gerade den Kindern ein ganz besonderes Erlebnis geschenkt. Die jungen Damen auf der Bühne wiesen interessante Gemeinsamkeiten mit dem Magier auf, so merkte er an, dass er damals, im zarten Alter seiner achtjährigen Hilfsmagierin, ebenfalls acht Jahre alt war, wer hätte das gedacht. Eine junge Zauberin brachte sogar ihren eigenen Zauberstab mit auf die Bühne und ließ mit diesem eine Kugel unter einem Hut verschwinden, vor einem durchaus beachtlichen Publikum, an dieses Erlebnis wird sie sich sicher noch lange erinnern.

In der Tradition der Straßenkunst blieb der Eintritt frei, der magisch orangen leuchtende Hut stand für eine Spende an den „Kalibo Rentenfonds“ am Ausgang bereit. Doch auch bei sonstigen Gelegenheiten ist es immer wieder zu empfehlen, sich eine Karte zu beschaffen, denn man wird bei jeder Vorstellung von neuem verzaubert, von den Vorführungen aber auch von Charme und Witz des Künstlers.

Den Abschluss der Magie bildete „Schrödingers Karte“, eine Kartentrick, der das Ergebnis völlig offen lässt. Der Magier verspricht, dass die von ihm vorher hinterlegte Karte ganz genau die ist, die ein netter Herr aus dem Publikum spontan erdacht und ausgesprochen hat. Die Karte wird jedoch nicht gezeigt, sondern in einem Glas auf der Bühne, mit Rücken zum Publikum abgestellt. Es ist eine Frage des Glaubens, doch jedem Zuschauer bleibt es frei zu prüfen, ob es sich um die Wahrheit oder um eine Lüge handelte. Man kann sich jedoch natürlich auch dafür entscheiden, mit dem magischen Moment nach Hause zu gehen. Hat der sympathische Mann mit orangenen Schuhen Magie gewirkt oder hat er uns schlicht beschummelt? Ich weiß es nicht, ich habe noch nie nachgeschaut.

Dieser Beitrag wurde als Gastbeitrag für das Dudweiler-Blog verfasst.

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