2020 – Ein Rückblick

Naja, das Offensichtliche ist offensichtlich. Aber neben der Pandemie, was war da so?

Feuerwerk
Feuerwerk – Kirchblütenfest Hamburg (CC-BY-SA 2.0 de) von Erin Silversmith

Erinnern wir uns noch an den Januar und die Aufregung über das Affenhaus in Krefeld? Oder das ach so böse Lied über die Omas im Hühnerstall? Wir hatten viele Themen im Januar, doch dann sollte die Pandemie unseren Fokus ändern.

Aber hier ist mein persönliches Blog, daher mal ein paar Worte zu meinem vergangenen Jahr.

Im November 2019 startete ich ja meine neue Stelle bei Forescout Technologies. Arbeiten im Homeoffice, wechselnd mit Kundenterminen vor Ort, das war der Plan. Das sollte sich natürlich ganz anders darstellen und von März an war ich dann zu 100% Zuhause in meinem Büro. Natürlich war ich da in einer extrem privilegierten Position, das ist mir völlig bewusst. Ich war und bin keinem besonderen Risiko ausgesetzt, arbeite weder mit Kindern noch mit Kranken, habe keine Überlastung wie man sie gerade an allen Stellen sieht bei Ärzt:Innen, Kranken- und Altenpfleger:Innen und allem was dazu gehört. Ich konnte bequem in meinem Bürostuhl sitzen, meiner Arbeit weiterhin ganz normal nachgehen und hatte nie Angst um meinen Job. Mir ging es weit besser als vielen Anderen in dieser Zeit. Dennoch hat es mir zugesetzt. Nachdem auch alle privaten Treffen und Hobbys nicht mehr stattfinden konnten, hieß das, ich verlasse die eigene Wohnung nur noch zum Einkaufen und für Spaziergänge und das war und ist zeitweise sehr anstrengend.

Was mir dabei sehr geholfen hat war die Idee, eine „Virtuelle Kneipe“ zu eröffnen. Bereits im März habe ich dazu einen Discord-Server gestartet, unter dem damaligen Namen „Die Kleine (virtuelle) Kneipe“, später umbenannt in „Barland |Virtual Beer- and Ciderspace„. Eigentlich sollte das ein virtueller Treffpunkt sein für alle, die sich irgendwie austauschen möchten, in Sprachchats oder schriftlich. Zu Beginn war da auch jeden Abend Trubel im Audio, später wurde es dann doch eher zu einem Text-Chatserver, der aber dennoch immer noch fast täglich verwendet wird um gemeinsam online Karten zu spielen, aber auch gerne mal Among us oder andere Videospiele. Hauptsache mit anderen Menschen zusammen und dabei Unterhalten können, denn damit lässt sich die Isolation zumindest zum Teil unterbrechen. Interessanterweise haben sich dort auch eine Gruppe von IT-Nerds eingefunden, die regen Gebrauch vom „Technerd Stammtisch“ macht und sich da dann auch mal Themen-, Branchen-, und Spezialisierungsübergreifend austauscht. Auch das Thema Hausautomatisierung bringt viel Gesprächsstoff aber auch immer wieder Anlass zur gemeinsamen Fehlersuche.

Wo natürlich noch eine sehr große Veränderung eingetreten ist, war der gesamte Hobbybereich. Tanzschulen waren erst geschlossen, dann eingeschränkt geöffnet und dann wieder geschlossen. Auch unsere ADTV Tanzschule Stefan Fess in St. Ingbert war da natürlich keine Ausnahme. Der Gitarrenunterricht wurde virtuell, man tauscht sich über Videos aus, da hat die Musikschule Soundfabrik sich sehr flexibel gezeigt und man konnte gemeinsam in jeder Phase der Pandemie eine Lösung finden wie man weiterhin zusammen musizieren und an sich arbeiten konnte. Man konnte sich in der Freizeit nicht mehr mit Freunden treffen, für meine Generation ja zum Glück zum Teil auffangbar über digitale Medien, auch wenn das natürlich den echten Kontakt niemals ersetzen kann. In den ersten 3-4 Wochen im März und April tat mir diese erzwungene Pause von vielen Terminen und Verpflichtungen noch gut, man hatte endlich mal etwas Ruhe vom sonst doch sehr verplanten Alltag, aber das entspannte nur bis zu einem gewissen Punkt, dann wurde es unangenehm.

Den härtesten Einschnitt, zumindest gefühlt, hatte ich durch den Wegfall meiner Schalmeienproben. Als Dirigent des Schalmeienorchesters in Dudweiler hatte ich noch im Januar sehr ambitionierte Ziele vor Augen für das Jahr, das schmerzt, dass davon nichts umgesetzt werden konnte. Und ein Orchester, zu dem ich quasi seit Geburt gehöre, was für mich wie eine Familie ist, seit Monaten nicht mehr persönlich zu treffen, das macht keinen Spaß. Wir haben bereits ein paar Wochen vor dem ersten „Lockdown“ die Proben gestrichen um unsere Musiker zu schützen, damals hofften wir aber noch, das Thema sei eines von Wochen und nicht von Monaten oder gar Jahren. Als mir das bewusst wurde, dass dieses Vereinsleben womöglich für den Rest des Jahres nicht mehr stattfinden kann, war das schwer. Umso mehr hoffe ich natürlich, dass Proben und Auftritte so bald wie möglich wieder möglich sein werden.

Was in diesem Jahr auch nicht ganz so gut gelaufen ist wie geplant, was aber nur zum Teil an der Pandemie lag, war der Hausbau. Als wir Ende 2019 mit der Planung anfingen und uns auch ein Musterhaus angeschaut hatten, dachten wir noch, wir können im Frühjahr 2020 ein Grundstück erwerben, gegen Jahresende das Haus irgendwann stehen haben und dann Anfang 2021 den Innenausbau machen und irgendwann im Frühjahr umziehen. Das Grundstück haben wir im Sommer gekauft, wegen einigem Ärger mit den Ämtern aber bisher den Bauantrag noch nicht finalisieren, sodass wir bisher nicht einmal diesen genehmigt vorliegen haben. Daher ist auf dem Grundstück auch noch kein Baum entfernt und noch nichts begradigt, das heißt, anstatt den Innenausbau und den Umzug 2021 zu machen, fangen wir erst einmal damit an, den Bauantrag fertig zu bekommen und dann das Grundstück vorzubereiten. Wenn jetzt alles gut läuft, was natürlich eine optimistische Hoffnung ist, könnte das Haus im späten Sommer stehen und wir können den Innenausbau im Herbst machen. Ob wir an Weihnachten 2021 bereits eingezogen sein werden, das wagen wir bisher noch nicht zu spekulieren. Aber zumindest hat es sich etwas bewegt, das Grundstück gehört uns bereits und wir können hoffentlich bald loslegen.

Ein schöner Punkt und ein tolles Projekt in 2020 war für mich, dass ich mit meinen zwei Freunden Pascal und Christian einen eigenen Podcast namens Chevron10 gestartet habe, in dem wir drei uns über eine unserer Lieblingsserien, STARGATE, unterhalten und diese Folge für Folge zerpflücken. Wir haben bisher erst 10 Folgen und den Spielfilm besprochen, ein guter Punkt also noch um einzusteigen, falls man sich dafür interessiert. Man muss aber die Serie kennen, wir spoilern natürlich. Außerdem sollte man damit leben können, dass wir wirklich alles auseinander nehmen was man zerlegen kann und wir lassen da wenig aus. Man darf da also nicht empfindlich gegenüber Nitpicking sein. 🙂

Die Adventsammlung 2020 war knapp organisiert, wurde von G&G-Druck in Dudweiler gerettet und war am Ende so erfolgreich wie bislang noch nie. Die Online-Druckerei hat die Flugblätter nicht geliefert und die tollen Leute von G&G haben kurzfristig ausgeholfen und damit die ganze Aktion tatsächlich in allerletzter Sekunde gerettet. Dank dieser Aktion und meinen 10 Helfern war es uns möglich in diesem Jahr 1691 Artikel, davon 1109 Konserven, an die Tafel zu spenden, das waren insgesamt etwas mehr als 900kg Lebensmittel. Ich hatte Tränen in den Augen, als die Zahlen vor uns lagen. Nachdem die Sammlung 2019 leider ausfallen musste, war das eine tolle Sache. Das war die erfolgreichste Adventsammlung aller Zeiten.

Die Statstik der Adventsammlung über die Jahre

Das waren die großen Brocken für 2020 aus meinem Leben. Für 2021 sieht es ja erst einmal nicht viel anders aus, aber manches wird sich dennoch schnell, manches langsamer und später ändern. Ab Januar arbeite ich bei der telent GmbH und darf mich wieder dem Thema OT Security Consulting widmen. Das Jahr bei Forescout war sehr spannend und die Menschen dort sind toll, aber das was nun vor mir liegt ist eine wunderbare Chance mich weiter zu entwickeln. Eventuell werde ich dazu mal noch etwas eigenes schreiben, wer weiß. Ich werde wieder ein Büro haben was außerhalb meiner Wohnung liegt, auch wenn ich davon natürlich erst einmal nur sehr sparsam Gebrauch machen werde. Fastnacht wird vermutlich nicht stattfinden, zumindest nicht wie gewohnt, da müssen wir dann wohl alle noch durch. Der Impfstoff verspricht aber eine Chance, irgendwann im nächsten Jahr wieder mehr Normalität in Hobby und Freizeit zu bekommen, auch der Sommer und die damit hoffentlich natürlich einhergehende flache Pandemiekurve wird uns allen nützen. Da wird dann auch ein Schalmeienorchester sicher wieder proben und vielleicht sogar auftreten können. In den Herbst kommen wir dann hoffentlich zu großen Teilen geimpft und damit könnte die Pandemie zumindest auf ein Niveau herunter gebracht werden, die für uns alle ein ruhigeres und sichereres Leben wieder ermöglicht. Wenn dann zum Jahresende 2021 das Haus zumindest steht und zum Teil ausgebaut ist, bin ich zufrieden mit dem Jahresergebnis, bereits darin wohnen zu können wäre natürlich das berühmte i-Tüpfelchen und eine Einweihungsfeier ohne Angst vor SARS-CoV2 feiern zu können, wäre schon ein Feiergrund für sich selbst. Muss ich dann zwei mal feiern? Wir werden sehen.

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr, hoffentlich ein besseres 2021 als ihr ein 2020 hattet, eigentlich kann es ja schon fast nur noch besser werden. Passt auf euch auf, bleibt gesund und lest hoffentlich weiter was ich hier so von mir gebe.

2021 fängt morgen an, macht das Beste daraus!

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